Die jüngste Sitzung der Federal Reserve am 18. September 2024 hat die Finanzwelt in Atem gehalten, insbesondere wegen der Erwartungen an Zinssatzänderungen und der damit verbundenen Auswirkungen auf Aktien und Kryptowährungen. In diesem Artikel analysieren wir die Rede von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der Federal Reserve, und betrachten die Reaktionen der Finanzmärkte im Detail.
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Inhaltsverzeichnis
Die Rede von Jerome Powell
Die Federal Reserve hat die Leitzinsen um 50 Basispunkte gesenkt. Dies wurde in der Sitzung am 18. September 2024 beschlossen, wodurch der Zinssatz auf eine Spanne von 4,75% bis 5,00% reduziert wurde. In ihrer Guidance ließ die Fed durchblicken, dass weitere Zinssenkungen im vierteljährlichen Turnus um jeweils weitere 25 Basispunkte für den Rest diesen und auch das nächste Jahr derzeit das wahrscheinlichste Szenario sind. Jerome Powell betonte in seiner Rede, dass die Federal Reserve weiterhin fest entschlossen ist, ihre duale Mandatsverpflichtung zur maximalen Beschäftigung und Preisstabilität zu erfüllen. Er wies darauf hin, dass die Wirtschaft insgesamt stark ist, was durch eine robuste Arbeitsmarktentwicklung und eine Inflation, die sich dem Ziel von 2% nähert, unterstrichen wird.
Powell erklärte, dass die Fed bereit ist, die Zinssätze flexibel anzupassen, basierend auf den eingehenden Daten und der wirtschaftlichen Entwicklung. Dies deutet auf eine vorsichtige, aber reaktionsschnelle Geldpolitik hin, die sich nicht auf einem festen Kurs befindet, sondern je nach wirtschaftlicher Lage agiert. Seine Aussagen waren darauf ausgelegt, die Unsicherheit zu minimieren, aber auch die Flexibilität der Fed zu betonen, was für Investoren und Analysten ein Signal war, die Entwicklungen eng zu beobachten.
Reaktion der Finanzmärkte
Aktienmärkte
Im Mittwochshandel hielten sich die Märkte noch weitgehend zurück, da trotz allerhand Spekulation unklar war, wie stark oder weniger stark die Kürzung der Zinsen ausfallen werde. Die Rede von Jerome Powell fand um 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit statt. Direkt nach der Rede sprangen die Kurse an der Wall Street im nachmittäglichen Handel kurzzeitig an. Die durchaus aggressive Senkung um 50 statt 25 Basispunkte wurde zunächst positiv wahrgenommen. Im Normalfall sind sinkende Zinsen ein Katalysator für Finanzmärkte, da einerseits Aktien in Bezug auf ihre Rendite vergleichsweise attraktiver werden – zum Beispiel gegenüber Anleihen – und weil niedrige Zinsen es für Unternehmen günstiger machen Kredite aufzunehmen mit dem sie weiteres Wachstum finanzieren können.
Die Freude hielt allerdings nicht lang. Mit seinen unklaren Aussagen wie „Die Fed kann schneller, langsamer vorgehen oder eine Pause einlegen“ verwährte Jerome Powell den Aktienmärkten (bewusst) das erhoffte klare Signal für die nächsten Monate. Unter hoher Volatilität und regem Handelsinteresse pendelte sich der Dow Jones am Ende des Tages auf ein leichtes Minus ein – die Entscheidung der Fed war damit zumindest für den Moment nahezu wirkungslos verpufft.
Neben der erwähnten fehlenden klaren Positionierung der Fed spielt dabei natürlich auch die allgemeine Interpretation der Zinssenkung eine Rolle. Positiv zu werten ist, wie Powell betonte, dass ein Absenken der Zinsen so interpretiert werden kann, dass die Notenbank der Einschätzung ist, die Inflation unter Kontrolle zu haben. Nach weltweit galoppierenden Inflationsdaten in den vergangenen zwei Jahren durchaus ein Lichtblick.
Andererseits – und so wurde es vermeintlich mehrheitlich wahrgenommen – deuten sinkende Zinsen und ein beherztes Eingreifen der Notenbanken natürlich auch darauf hin, dass man den Bedarf sieht rezessiver Tendenzen der Wirtschaft entgegenzuwirken. 50 statt 25 Basispunkte kann also auch als Indiz dafür gesehen werden, dass die Einschätzung der Fed eher pessimistisch ist in Hinblick auf die kurzfristige volkswirtschaftliche Entwicklung in den USA.
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Kryptowährungen
Für den Kryptomarkt war die Sitzung ebenfalls von großer Bedeutung. Kryptowährungen, oft als Risikoanlagen betrachtet, reagieren empfindlich auf Zinssatzentscheidungen. Die Unsicherheit über die Geldpolitik führte zu einer erhöhten Volatilität im Kryptomarkt. Während einige Investoren auf eine lockerere Geldpolitik setzten, die Kryptowährungen zugutekommen könnte, zeigten andere Bedenken hinsichtlich der Inflation und der langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaft, was zu einem vorsichtigen Investitionsverhalten führte.
Bitcoin, als führende Kryptowährung, zeigte eine starke Reaktion. Nach einer anfänglichen Rallye aufgrund der Erwartungen an eine Zinssenkung, erlebte Bitcoin eine Korrektur, als die Unsicherheit über die genaue Ausgestaltung der Geldpolitik zunahm. Analysten auf X diskutierten, dass die Unsicherheit über die zukünftige Zinspolitik kurzfristig das Risiko für Kryptowährungen erhöhte, aber langfristig eine lockerere Geldpolitik als positiv angesehen wird.
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Fazit
Die Federal Reserve Sitzung vom 18. September 2024 und die darauf folgende Rede von Jerome Powell haben die Finanzmärkte in eine Phase der Reflexion und Anpassung versetzt. Die Fed signalisierte eine flexible und datengetriebene Geldpolitik, was sowohl Hoffnung als auch Unsicherheit verbreitet hat. Welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Finanzmärkte letztlich haben wird, bleibt abzuwarten. Zumindest Stand heute lässt sich kein klares Signal ableiten.
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