Die Kryptowelt wurde heute von einem beispiellosen Sicherheitsvorfall erschüttert: Die renommierte Kryptobörse Bybit wurde Opfer eines massiven Hacks, bei dem Ethereum (ETH) im Wert von über 1,4 Milliarden US-Dollar aus einer ihrer Cold Wallets gestohlen wurde. Der Vorfall, der am heutigen Freitag, den 21. Februar 2025, ans Licht kam, gilt bereits als einer der größten Hacks in der Geschichte der Kryptowährungen und hat sofortige Auswirkungen auf den Markt ausgelöst.
Chronologie des Hacks
Die ersten Hinweise auf den Vorfall tauchten am Vormittag auf, als der bekannte On-Chain-Analyst ZachXBT verdächtige Abflüsse von Bybit-Wallets in Höhe von 1,46 Milliarden Dollar meldete. Er veröffentlichte eine Blockchain-Adresse (0x47666Fab8bd0Ac7003bce3f5C3585383F09486E2), die mit den Transfers in Verbindung steht. Wenig später bestätigte Bybits CEO Ben Zhou die Gerüchte über einen Sicherheitsvorfall auf der Plattform X.
Zhou erklärte, dass eine ETH-Multisignatur-Cold-Wallet etwa eine Stunde zuvor eine Übertragung an eine Warm Wallet vorgenommen habe. Diese Transaktion sei jedoch „maskiert“ worden – alle Unterzeichner hätten eine täuschend echte Benutzeroberfläche gesehen, die eine korrekte Adresse und eine legitime URL von Safe.eth anzeigte. Tatsächlich wurde jedoch eine bösartige Änderung der Smart-Contract-Logik unterschrieben, die es dem Hacker ermöglichte, die Kontrolle über die Wallet zu übernehmen und sämtliche ETH an eine unbekannte Adresse zu transferieren.
Reaktion von Bybit und Marktauswirkungen
In einer beruhigenden Nachricht versicherte Zhou, dass nur diese spezifische Cold Wallet betroffen sei und alle anderen Hot-, Warm- und Cold-Wallets sicher blieben. „Alle Abhebungen funktionieren normal“, betonte er und rief Teams zur Unterstützung bei der Verfolgung der gestohlenen Gelder auf. In einem weiteren Statement erklärte Zhou: „Bybit ist solvent, selbst wenn dieser Verlust nicht zurückgeholt wird. Alle Kundengelder sind 1:1 abgesichert – wir können den Verlust decken.“
Dennoch hatte der Vorfall unmittelbare Auswirkungen auf den Kryptomarkt. Der Ethereum-Preis fiel nach Bekanntgabe des Hacks um über 4 %, da große Mengen der gestohlenen ETH, einschließlich gestakter Tokens wie mETH und sETH, auf dezentralisierten Börsen liquidiert wurden. Auch Bitcoin verzeichnete einen Rückgang von etwa 1,5 %, was die Nervosität im Markt widerspiegelt.
Ein Rekord-Hack?
Falls sich die Zahlen bestätigen, übertrifft dieser Vorfall frühere Rekorde wie den Mt.-Gox-Hack (470 Millionen Dollar), den CoinCheck-Hack von 2018 (530 Millionen Dollar) und den Ronin-Bridge-Exploit (650 Millionen Dollar) und wäre damit der größte Kryptowährungs-Hack aller Zeiten. Experten wie Deddy Lavid, CEO der Blockchain-Sicherheitsfirma Cyvers, verglichen den Angriff mit dem WazirX-Hack im Juli 2024 (235 Millionen Dollar) und wiesen auf ähnliche Methoden hin, die auf nordkoreanische Hackergruppen wie Lazarus hindeuten könnten.
Community-Reaktion und offene Fragen
Die Krypto-Community reagierte mit einer Mischung aus Schock und Besorgnis. Einige Nutzer spekulieren jedoch, dass die Transaktion ein legitimer operativer Transfer oder ein Missverständnis sein könnte, da Bybit historisch für starke Sicherheitsmaßnahmen bekannt ist, darunter KI-gestützte Betrugserkennung, die 2024 über 79 Millionen Dollar an verdächtigen Abhebungen verhinderte.
Bislang gibt es keine unabhängige Bestätigung der Transaktionsdetails durch Blockchain-Explorer oder Analysten, und ZachXBT hat keine offizielle Erklärung auf seinen Kanälen veröffentlicht, obwohl ihm die Bestätigung des Vorfalls zugeschrieben wird. Die genaue Natur des Hacks und die Identität der Angreifer bleiben Gegenstand laufender Untersuchungen.
Ausblick
Dieser Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitsrisiken zentralisierter Börsen und könnte die Debatte über dezentrale Alternativen und verbesserte Sicherheitsprotokolle anheizen. Bybit hatte erst heute Morgen eine neue Transparenzinitiative angekündigt, die Liquidationsdaten über eine erweiterte API öffentlich zugänglich macht – ein Schritt, der nun in einem ironischen Licht erscheint.
Die Situation entwickelt sich weiter, und die Krypto-Community wartet gespannt auf Updates von Bybit und unabhängigen Ermittlern. Wir werden Sie über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.
Nutze eine Cold Wallet!
Der vermeintlich größte Hack einer Exchange ist leider nur eines von vielen Beispielen in einer langen traurigen Kette. Vollständige Sicherheit wird es vermutlich nie geben. Mit einer Offline-Wallet könnt ihr eure Risiken jedoch erheblich minimieren.
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