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Coinbase baut rund 14 Prozent der Belegschaft ab: CEO Brian Armstrong nennt KI-Revolution und Marktschwäche als Gründe

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Die Krypto-Börse Coinbase reduziert ihre Belegschaft um etwa 14 Prozent. In einer internen E-Mail an alle Mitarbeiter, die Coinbase-CEO und Mitgründer Brian Armstrong heute auf der Plattform X veröffentlichte, begründet er den Schritt mit zwei parallelen Entwicklungen: der anhaltenden Volatilität des Krypto-Marktes und dem disruptiven Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Arbeitswelt.

„Heute habe ich die schwierige Entscheidung getroffen, die Größe von Coinbase um rund 14 Prozent zu reduzieren“, schreibt Armstrong. Das Unternehmen sei zwar gut kapitalisiert und diversifiziert, doch das Geschäft bleibe quartalsweise volatil. Gleichzeitig verändere KI grundlegend, wie gearbeitet werde: „Ich habe Ingenieure gesehen, die mit KI in Tagen liefern, wofür früher Teams Wochen brauchten.“ Auch nicht-technische Teams erstellten nun Produktionscode, und viele Prozesse würden automatisiert.

Armstrong betont, dass Coinbase nicht nur Stellen abbaut, sondern die gesamte Organisation neu aufbaut – als „Intelligence“, bei der Menschen an den Rändern agieren und KI den Kern bildet. Konkret plant das Unternehmen:

  • Eine Abflachung der Hierarchie auf maximal fünf Ebenen unter CEO und COO, um Entscheidungen zu beschleunigen.
  • Das Ende reiner Manager-Rollen: Jeder Führungskraft muss auch als aktiver Individual Contributor arbeiten – „wie Spieler-Trainer“.
  • Die Bildung von „AI-native Pods“ mit kleineren Teams, darunter Experimente mit Ein-Personen-Teams, in denen Ingenieure, Designer und Produktmanager in einer Rolle zusammenarbeiten.

„Die größte Gefahr ist jetzt, nichts zu tun“, schreibt Armstrong. Coinbase wolle zur Geschwindigkeit und Fokussierung seiner Startup-Zeit zurückkehren – diesmal mit KI im Zentrum.

Betroffene Mitarbeiter erhalten eine umfassende Abfindung: In den USA mindestens 16 Wochen Grundgehalt plus zwei Wochen pro gearbeitetem Jahr, die nächste Aktienzuteilung sowie sechs Monate Krankenversicherung (COBRA). Mitarbeiter mit Arbeitsvisa bekommen zusätzliche Unterstützung, internationale Kollegen vergleichbare Pakete entsprechend lokaler Regelungen. Der Zugang zu Coinbase-Systemen wurde bereits heute gesperrt.

Armstrong dankt den ausscheidenden Kollegen ausdrücklich: „Ihr habt geholfen, Coinbase zu dem zu machen, was es heute ist.“ Den verbleibenden Mitarbeitern versichert er, dass die langfristige Mission – mehr ökonomische Freiheit durch ein neues Finanzsystem – unverändert bleibe. „Nichts hat sich an der langfristigen Perspektive unseres Unternehmens oder der Branche geändert.“

Bei einer geschätzten Mitarbeiterzahl von zuletzt rund 4.300 bis 5.000 (je nach Quelle aus 2025/2026) dürften etwa 600 bis 700 Stellen entfallen. Es handelt sich um die dritte große Entlassungsrunde bei Coinbase seit 2022. Damals hatte das Unternehmen in mehreren Schritten über 2.000 Stellen abgebaut, um Kosten in der „Crypto-Winter“-Phase zu senken – und war anschließend jeweils gestärkt aus der Krise hervorgegangen.

Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Krypto-Markt auf eine neue Adoptationswelle mit Stablecoins, Prediction Markets und Tokenisierung hofft. Gleichzeitig steht die gesamte Tech-Branche vor einem Umbruch durch generative KI. Armstrong sieht Coinbase in der Pflicht, „früh und bewusst“ zu handeln, um als „lean, fast und AI-native“ Unternehmen in die nächste Wachstumsphase zu gehen.

Die Reaktionen auf X reichten von Verständnis für die strategische Neuausrichtung bis zu Kritik an der plötzlichen Härte für die Betroffenen. Einige Nutzer sehen darin ein Signal für die gesamte Branche: KI verändert nicht nur die Produktivität, sondern auch die Größe und Struktur von Teams nachhaltig.


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